Gesundheit und Pflege

Sprecher: Heike Bohl, Hans Dieter Herget

Kontakt: Zur Koordination Ihrer Anfragen steht Ihnen Frau Obenhack im Koordinationsbüro der Kreisverwaltung gerne zur Verfügung:
Telefon: 06641/977-3404
E-Mail: sandra.obenhack(at)vogelsbergkreis.de

„Gesund, fit, jung und dynamisch und selbstbestimmt. In unserer Gesellschaft haben sich diese Eigenschaften als Idealbild festgesetzt. Dabei gibt es auch zahlreiche Mitbürgerinnen und Mitbürger, die diesem Idealbild nicht entsprechen. Für diese Menschen sieht die Lebenswirklichkeit vorübergehend oder auf Dauer oft ganz anders aus. Das Handlungsfeld Gesundheit und Pflege will diese Wirklichkeit in den Blick nehmen. Die haupt- und ehrenamtlich tätigen Akteure erörtern, wo es in den Bereichen Gesundheit und Pflege Handlungsbedarf gibt und zeigen auf welche Möglichkeiten für Verbesserungen bestehen. Außerdem geht es um die Herausforderungen und Chancen, die der demografische Wandel mit sich bringt.“

Grundsätzlich gilt: die Arbeitsgruppen sind offen für alle Menschen, die ihre Ideen einbringen wollen.

Nächstes Treffen:


„Internationaler Tag der Pflege“ – Vizelandrat besucht Diakoniestation Hoher Vogelsberg in Grebenhain und Haus Sonnenblick in Schotten

Erster Kreisbeigeordneter Dr. Jens Mischak (Zweiter von rechts) war zum Internationalen Tag der Pflege zu Gast bei der Diakoniestation Hoher Vogelsberg in Grebenhain. Das Foto zeigt von links die Praktikantin Anna-Lena Braun, die Diplom-Krankenpflegerin Christina Adolph (mit Kilian), Petra Alt, stellvertretende Pflegedienstleitung, und Christian Schick, Geschäftsführender Pflegedienstleiter. Fotos: Erich Ruhl-Bady, Pressestelle Vogelsbergkreis
Erster Kreisbeigeordneter Dr. Jens Mischak (rechts) war zum Internationalen Tag der Pflege zu Gast bei Heimleiter Julian Zimmer (Zweiter von links) und Eigentümerin Karin Rötzel (links) im Haus Sonnenblick in Schotten. Das Bild zeigt des Weiteren das Sonnenblick-Team, mit von links Ruth Rohn, Jutta Hofmann, Lesley Baltromejus, Isolde Spruck und Tizia Schildwächter.

Dr. Mischak dankt für täglichen Einsatz und stellt Attraktivität des Pflegeberufs heraus „Für Sie ist jeden Tag ein Tag der Pflege“ sagte Erster Kreisbeigeordneter Dr. Jens Mischak sowohl in Grebenhain als auch in Schotten, gerichtet an die Experten der ambulanten und stationären Pflege. Aus Anlass des „Tages der Pflege“, der am 12. Mai weltweit begangen wurde, wollte sich der Vizelandrat ein Bild von den vielfältigen Herausforderungen machen und beispielhaft den Dank für diese wichtige Arbeit an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Pflegeeinrichtungen weitergeben. „Pflege ist eine tragende Säule der Gesundheitsversorgung“, stellte Gesundheitsdezernent Dr. Mischak bei beiden Besuchen heraus.

Diakoniestation Hoher Vogelsberg – ambulante Versorgung in sechs Großgemeinden

In Grebenhain besuchte der Vizelandrat die Diakoniestation Hoher Vogelsberg, in Schotten diskutierte er mit den Experten im Alten- und Pflegeheim „Haus Sonnenblick“. In beiden Einrichtungen machte der Gesundheitsdezernent seinen hohen Respekt deutlich und überbrachte auch den Dank des Landrats und des Bündnisses für Familie, dessen Handlungsfeld „Gesundheit und Pflege“ und die Arbeitsgruppe „Fachkräfte in der Pflege“ sich sehr intensiv mit den großen Aufgaben im ambulanten und stationären Bereich beschäftigen.

Geschäftsführender Pflegedienstleiter Christian Schick erläuterte dem Vizelandrat die Aufgabenstellungen der Diakoniestation Hoher Vogelsberg, die in Grebenhain ihren Sitz hat und täglich in den Großgemeinden Grebenhain, Schotten, Ulrichstein, Herbstein, Freiensteinau und Lautertal unterwegs ist.

Krankenschwester Christina Adolph berichtete über ihren Alltag, der in der Regel von 6.30 bis 13.00 Uhr reicht. Ambulante Pflege zu Hause, das sei „immer auch Sozialarbeit“, erläuterte Frau Adolph. Wichtig sei ihr, immer genug Zeit für die Patienten zu haben, damit sie sich wertgeschätzt fühlen. Zum Gelingen brauche man immer beides: Herz und großes Fachwissen. „Es ist ein erfüllender Beruf, denn man bekommt so viel zurück“, sagte die junge Krankenschwester auf Nachfragen des Vizelandrats. Das Berufsbild halte viele Möglichkeiten und Weiterentwicklungen bereit. Die Diakoniestation beschäftigt auch eine Auszubildende.

Breiten Raum des Gesprächs in Grebenhain nahm der Fachkräftemangel im Bereich der Pflege ein. Deswegen beschäftige sich ja das Familienbündnis so intensiv mit dieser Herausforderung, unterstrich Dr. Mischak – und dankte Herrn Schick dafür, in der Arbeitsgruppe zu dieser Fragestellung intensiv mitzuarbeiten. Die Gesprächspartner waren sich komplett darin einig, dass die Berufsbilder in der Krankenpflege und in der Altenpflege mehr gesellschaftliche Anerkennung benötigen. „Wo wären wir ohne diesen kraftvollen Einsatz“, fragte Vizelandrat Dr. Mischak rhetorisch.

Als junge Mutter machte Frau Adolph auch auf die Notwendigkeit guter Infrastruktur aufmerksam. „Die Attraktivität der Region hängt stark von guten konkreten Angeboten ab, zum Beispiel familientaugliche Öffnungszeiten von Kindertagesstätten“, sagte die Krankenschwester, die täglich Beruf und Familie unter einen Hut bringen muss. 73 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon sieben Verwaltungsfachleute in Leitung und Verwaltung, kümmern sich um rund 270 Patientinnen und Patienten in sechs Gemeinden. 23 Fahrzeuge kommen dabei täglich zum Einsatz.

Haus Sonnenblick: Fast 100 Menschen werden von 36 Pflegekräften rund um die Uhr gut betreut

Auch im Haus Sonnenblick  war es dem Ersten Kreisbeigeordneten Dr. Jens Mischak sehr wichtig, dass sein Dank alle 36 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erreicht, die sich um 95 Menschen in zwei Häusern Tag für Tag einfühlsam kümmern. Heimleiter Julian Zimmer erläuterte die Struktur des Hauses, die alle Dienstleistungen umfasse und auf die Verzahnung von Altenpflege, Ergotherapie, Beschäftigungstherapie und Alltagsbegleitung setze. Alle genannten Berufsgruppen sind hauptamtlich beschäftigt.

Dr. Mischak lobte die Arbeit des Hauses einschließlich der Bereitschaft, auch vier Ausbildungsplätze bereitzuhalten. „Das ist ein anstrengender Beruf, sich stündlich auf die Bedürfnisse der Klienten einzustellen“, sagte Dr. Mischak im Gespräch mit dem Heimleiter und seinem Team, die ausführlich aus der täglichen Praxis berichteten. Breiten Raum in diesem Austausch nahm die Hausarzt-Versorgung im ländlichen Raum ein – auch ein Thema, das immer wieder beim Familienbündnis oben auf der Tagesordnung steht.

„Schließlich war es das Familienbündnis, das mit seinen Impulsen mit dafür gesorgt hat, dass es jetzt eigens eine Fachstelle im Landratsamt gibt, die sich um das Anwerben von jungen Ärztinnen und Ärzten kraftvoll kümmert“, berichtete Dr. Mischak, der Julian Zimmer für sein Engagement im Familienbündnis dankte.

Das neue Pflege-Stärkungs-Gesetz mit fünf Pflegegraden statt vorher drei Pflegestufen wurde auch eingehend beleuchtet. Deutlich mehr Möglichkeiten gebe es jetzt für Betroffene und Angehörige, die jedoch noch nicht ausreichend bekannt seien. Da seien die Aktivitäten des Pflegestützpunkts im Kreishaus in Lauterbach sehr hilfreich, erläuterte Dr. Mischak. Bedauerlich fanden alle Fachleute aus der Praxis, dass zu viel Zeit am Tag für Dokumentationen verwendet werden müsse.

Julian Zimmer lobte die Arbeit der Vogelsberger Pflegeakademie, die eine auf Menschlichkeit und Fachlichkeit gleichermaßen ausgerichtete Ausbildung mithelfe zu garantieren. „Bauchschmerzen“ habe man bei der vom Bund beabsichtigten Integration der Berufsbilder Krankenpflege und Altenpflege unter Einschluss der Kinderkrankenpflege. Diese Integration werde möglicherweise den Fachkräftemangel vor allem im Bereich der Altenpflege noch weiter verschärfen.

Ob die Integration kommt oder nicht: „keinesfalls darf die Altenpflege in der Wertigkeit und in der gesellschaftlichen Wahrnehmung unter der Krankenpflege stehen“, appellierte Heimleiter Zimmer an den Gesundheitsdezernenten des Kreises. Abschließend besuchte Vizelandrat Dr. Mischak Frau Gretel Panzer, die seit über zehn Jahren Bewohnerin im Haus Sonnenblick ist. Sie ist nicht nur die älteste Heimbewohnerin, sondern mit 104 Jahren auch die älteste Bürgerin der Stadt Schotten.


Zum Internationalen Tag der Pflege: Arbeitsgruppe Pflegefachkräftemangel präsentiert Broschüre "Wege in die Pflegeausbildung"

Pflegerische Berufe werden auch in Zukunft gefragt sein – wegen des demografischen Wandels vielleicht so sehr wie nie zuvor. Gegen den Fachkräftemangel sind die Fachstelle Gesundheitliche Versorgung, der Pflegestützpunkt und das Familienbündnis gemeinsam mit den Experten der Vogelsberger Pflegeakademie, der Krankenhäuser sowie stationären und mobilen Pflegeeinrichtungen aktiv geworden: Ergebnis ist die Broschüre „Wege in die Pflegeausbildung“.

Auf einer Pressekonferenz haben Landrat Manfred Görig, Frau Dr. Sigrid Stahl (Fachstelle Gesundheitliche Versorgung) und Monique Abel (Pflegestützpunkt) über die gesellschaftspolitische Relevanz des Themas sowie zum Hintergrund der gelungenen Zusammenarbeit informiert. 

Die Broschüre ist kostenfrei und kann bestellt werden unter 06641 977-0.

Mehr dazu können Sie [HIER] lesen.

Klick aufs Bild öffnet die Broschüre (PDF)


Wie sieht „gutes Leben“ mit Demenz aus?

„Gutes Leben mit Demenz im Vogelsbergkreis“- wie kann das gelingen und welche Rahmenbedingungen sind dazu notwendig? Diesen Fragen ist eine studentische Projektgruppe der Hochschule Fulda, Fachbereich Pflege & Gesundheit unter Leitung von Frau Prof. Dr. Helma Bleses über ein Jahr lang intensiv nachgegangen. Die Ergebnisse des Projektes präsentierten die 16 Studierenden jetzt im Rahmen einer Veranstaltung des Bündnis für Familie im Handlungsfeld „Gesundheit und Pflege“.

So anspruchsvoll wie der Titel war auch der Aufbau der Studie: Neben einer umfangreichen Recherche der wissenschaftlichen Literatur zum Thema „Leben mit Demenz“ hatte die Studie einen quantitativen und einen qualitativen Forschungsansatz. In einem ersten Schritt wurde zunächst eine wissenschaftliche Analyse zum Thema „Gutes Leben mit Demenz“ durchgeführt. „Soziale Sicherheit, Unabhängigkeit, finanzielle Sicherheit, soziale Beziehungen, psychologisches Wohlbefinden, Religiosität und das Gefühl gebraucht zu werden sind entscheidende Faktoren für die Lebensqualität.“, fassten Julia Hirsch und Michael Pal die Ergebnisse zusammen. Doch wie sieht die Situation im Vogelsbergkreis konkret aus?

Dazu hat die Projektgruppe eine umfangreiche Erhebung und Analyse durchgeführt und die Ergebnisse erstmalig für den Vogelsbergkreis in gebündelter Form zusammengestellt. „Die Angebote im Vogelsbergkreis reichen von Pflegediensten, Haus- und Fachärzten über Beratungsdienste, Fahrdienste, betreutem Wohnen und Tagespflege bis zu ehrenamtlichen Initiativen und ehrenamtlicher Pflegebegleitung. Allerdings gibt es Landstriche, die kaum Angebote für Personen mit Demenz vorweisen können“, führten Heiko Bully und Theresa Barthelmes aus. Das Projektteam dankte den Mitarbeitern der Kreisverwaltung Udo Harzer und Marco Schuster für die unkomplizierte und fachlich hervorragende Unterstützung.

Ein zweiter Schwerpunkt der Studie bestand in einem qualitativen Forschungsansatz. Dazu hat das Projektteam zunächst Experten der Region zum Thema befragt. Einig sind sich alle Experten darin, dass die mit der Demenz verbundenen Herausforderungen sowohl für die Personen mit Demenz als auch für ihre Angehörigen sehr hoch sind. Aus Sicht der Experten ist es sinnvoll ehrenamtliche und professionelle Angebote eng miteinander zu verzahnen, um so die Möglichkeiten der Unterstützung zu erweitern. Weitergehend sprachen sich die Experten dafür aus, die Transparenz rund um die Versorgungsangebote zu erhöhen. Angeregt wurde auch in Ergänzung zu der Arbeit des Pflegestützpunktes die Etablierung einer zentralen Anlaufstelle für Personen mit Demenz und ihre Angehörigen.

Neben theoretischen Erkenntnissen konnte die Projektgruppe auch einen ersten praktischen Umsetzungsschritt präsentieren: „Die Interviews haben gezeigt, dass sich die Angehörigen gebündelte Informationen zum Thema Demenz wünschen. Mit Unterstützung der Pressestelle und der Fachstelle Gesundheitliche Versorgung der Kreisverwaltung haben wir einen ersten Entwurf für einen Ratgeber erstellt, der alle wichtigen Informationen und Ansprechpartner in der Region benennt“, so Anna Letnev. Frau Dr. Stahl von der Fachstelle führte dazu aus, dass dieser Entwurf weiterentwickelt und dann der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wird.


Dankeschön nach der Ergebnispräsentation der Studie „Gutes Leben mit Demenz im Vogelsberg“: Hans Dieter Herget (Sprecher Familienbündnis, rechts) und Dr. Sigrid Stahl (Fachstelle Gesundheitliche Versorgung, daneben) überreichten Blumen an Frau Prof. Bleses (links) und Buchgutscheine an die Studierenden der Hochschule Fulda.

Bild: Thomas Schneege

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